Rezension: „Kellerkind“ von Jennifer Roy

Syvia ist vier Jahre alt, als sie mit ihren Eltern und vielen anderen polnischen Juden aus ihren Wohnungen vertrieben und in das Ghetto von Lodz gepfercht werden, das nun ihr neues Zuhause sein soll. Eng, kalt, nicht genug zu essen und ständig Angst vor Deportationen und Ermordung durch die Nazis – all das bestimmt fortan das Leben von Syvias Familie. Und doch gibt ihre Familie nicht auf. Sie halten zusammen – egal wie schwer und gefährlich das Leben ist. Syvias Vater tut alles Menschenmögliche, um seine Familie vor der Deportation zu bewahren…. Weiterlesen

Rezension: „The sun is also a star“ von Nicola Yoon

Zum Inhalt: Natasha ist verzweifelt. Sie, ihr kleiner Bruder Peter und ihre Eltern sollen noch heute Abend abgeschoben werden. Dabei lebt die gebürtige Jamaikanerin bereits seit ihrem 8ten Lebensjahr in New York. Als letzten Versuch, die drohende Abschiebung zu verhindern, geht sie an diesem Tag noch einmal zur Einwanderungsbehörde. Ein kleiner Hoffnungsschimmer tut sich auf, evtl. kann ein Anwalt ihr und ihrer Familie noch helfen. Auf dem Weg zum Anwalt wird Natasha fast von einem Auto überfahren. Daniel – ein siebzehnjähriger Amerikaner koreanischer Abstammung rettet ihr das Leben. Und obwohl Natasha keinesfalls an Liebe auf den ersten Blick glaubt, stellt diese Begegnung ihr gesamtes Weltbild auf den Kopf. Doch was für eine Chance hat diese Liebe schon?

Meine Meinung:

Wow, was für ein wunderbares Buch. Zunächst hatte ich ein paar Schwierigkeiten – war ich doch von den teilweise kurzen Kapiteln und den Sprüngen der Personen ein wenig irritiert. Doch schon nach einer kurzen Weile ist mir bewusst geworden, dass genau das zum Teil den Charme der Geschichte ausmacht.

Den größten Teil der Geschichte begleiten wir Natasha und auch Daniel. Natasha ist ein wenig – ich würde mal sagen – kratzbürstig, verzweifelt & traurig – denn so etwas wie Liebe auf den ersten Blick gibt es in ihrer Vorstellung einfach nicht. Sie ist durch und durch Wissenschaftlerin – jede Menge Zahlen und Fakten schwirren in ihrem Kopf umher. Und genau aus dem Grund fällt es ihr schwer, an so etwas wie Liebe, wie Schicksal, wie Seelenverwandtschaft zu glauben.

Ich mag Natasha, ich mag ihre Art, an die Berechenbarkeit von Dingen zu glauben, an Fakten, die mag ich sehr, weil ich sie so gut nachvollziehen kann. Berechenbarkeit von Dingen gibt einem eine gewisse Art Sicherheit.

Daniel ist das genaue Gegenteil. Ein Dichter, ein Poet, ein Freund des Denkens und der Wörter. Und eigentlich unglücklich. Denn seine Eltern – die in Amerika nie wirklich heimisch geworden sind – wollen unbedingt, dass er nach Yale geht, Medizin studiert, den ganz großen amerikanischen Traum lebt. Das ist nicht das was Daniel will. Eigentlich hat er an diesem Tag ein Vorstellungsgespräch für eine Yale-Empfehlung. Große Lust hat er keine und als das Schicksal ihm sozusagen Natasha vor die Füße kullert, beschließt er, diesen Tag einfach mal dem Schicksal zu überlassen und zu sehen, wohin es ihn führt. Und ich finde es bewundernswert, wie er nicht aufgibt, Natasha zu versuchen davon zu überzeugen, dass die Empfindungen, die beide spüren, echt sind – trotz der kurzen Zeit, die sie sich kennen.

Und wir begleiten ein Stück weit auch die Menschen, die an diesem Tag den Weg von Natasha und Daniel kreuzen. Und das ist etwas, was ich ungeheuer faszinierend an der Geschichte fand. Wie das Schicksal durch die ein oder andere Handlung seinen Weg findet und das Leben der Menschen verändert. Unheimlich spannend, das hat mich sehr zu Nachdenken angeregt.

Im Buch finden sich so wunderbare Textpassagen, die mein Herz berührt haben, ich mag den ein oder anderen Textschnipsel mit Euch teilen:

„Es ist schwer, jemanden zu lieben, der einen nicht zurückliebt“ – Seite 184

„Ihn zu berühren, ist Ordnung und Chaos – als würde man gleichzeitig zusammengesetzt und auseinandergenommen.“ – Seite 300

„All das soll nichts darüber aussagen, ob Jeremy Fitzgerald das Richtige getan hat oder das Falsche. Es soll lediglich aussagen: Liebe verändert immer alles. – Seite 344

„Natasha sagt nicht, was sie vermutet. Dass füreinander bestimmt sein nicht unbedingt für immer bedeuten muss“ – Seite 384

Ich habe diese Geschichte in mein Herz geschlossen und ich werde Euch keinesfalls etwas davon verraten, wie sie ausgeht. Ihr solltet sie auf jeden Fall lesen. Ein tolles Buch.

Ich mag Daniel und ich mag Natasha und ich persönlich glaube an das Schicksal – egal wie rational ich grundsätzlich bin.

Und natürlich interessiert mich jetzt: glaubt Ihr an Schicksal? Oder ist alles nur einfach Zufall?

FAZIT: 10 von 10 Sternen.

Weitere Informationen zum Buch findet Ihr hier auf der Seite vom Dressler Verlag / Oetinger Verlag.

Rezension: „Emmy & Oliver“ von Robin Benway

Zum Inhalt: Seit Emmy denken kann, ist Nachbarssohn Oliver ihr allerbester Freund. Er ist am gleichen Tag wie sie geboren und wohnt schon sein ganzes Leben nebenan. Die beiden sind unzertrennlich. Daran wird sich niemals etwas ändern, davon ist Emmy überzeugt. Doch nach der Trennung seiner Eltern wird der siebenjährige Oliver von seinem Vater entführt und bleibt verschwunden. Emmy gibt die Hoffnung nicht auf, dass sie Oliver eines Tages wiedersieht. 10 Jahre später ist es soweit….

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Meine Meinung:

Die Geschichte ist aus Emmys Sicht geschrieben. Emmy hat es seit Olivers Verschwinden nicht leicht, ihre Eltern haben große Angst davor, sie zu verlieren – was vielleicht irrational sein mag, aber Ängste sind ja grundsätzlich nicht rational. Sie schränken Emmys Leben stark ein und Emmy rebelliert dagegen – durch ihr heimliches Surfen, und ihre heimliche Anmeldung an einem College weiter weg. Das führt natürlich zu Konflikten innerhalb der Familie. Emmy ist ein starker Charakter, sie weiß, was sie will im Leben, nur traut sie sich nicht immer, ihren Eltern gegenüber dafür einzustehen. Denn Olivers Verschwinden hat auch sie geprägt. Nicht nur Olivers Familie leidet unter dem Verlust, auch seine Freunde und deren Familien haben dadurch ihre Unbeschwertheit verloren.

Als Oliver zurückkommt ist Emmy unsicher, sie hofft, den siebenjährigen Oliver zu treffen, doch der ist für immer verschwunden. Es dauert, bis sich die beiden wieder angenähert haben und gemeinsam eine neue Basis für ihre Freundschaft finden. Doch auch, wenn das nicht leicht ist, gibt Emmy nicht auf und das ist etwas, was sie mir ungeheuer sympathisch gemacht hat.

Für Oliver ist alles ungleich schwerer. Jahrelang glaubte er, seine Mutter habe ihn verlassen und plötzlich ist er zurück. Die Vergangenheit aufzuholen scheint unmöglich und er selber vermisst das Leben, dass die letzten 10 Jahre seins war. Das ist schwer. Doch mit Hilfe von Emmy und seiner Kindergartenfreunde Caro und Drew (die beiden sind übrigens wirklich gute Freunde für Emmy und Oliver), schafft er es, sein Leben neu zu definieren. Ich bewundere Oliver dafür, dass er versucht, aus seiner Situation das Richtige zu machen, obwohl er selber ein Opfer der Umstände wurde und es sicherlich einfacher wäre, damit zu hadern, statt eben zu versuchen, das Beste daraus zu machen.

FAZIT:

Eine wunderbare, ruhige und doch emotionale Geschichte über das Erwachsenwerden, über Freundschaft, Hoffnung und die erste Liebe. Und darüber, erkennen zu müssen, dass auch Eltern falsche Entscheidungen treffen und Fehler machen und eben nicht perfekt sind. Das (über-)behüten nicht immer das Richtige ist, denn Kinder brauchen Flügel und Wurzeln, um glücklich zu sein.

7 von 10 Sternen!

Weitere Informationen zum Buch findet Ihr hier auf der Seite vom Magellan Verlag!

Rezension: „Dein Leuchten“ von Jay Asher

Zum Inhalt: Seit Sierra denken an, verbringt sie mit ihren Eltern die Zeit von Thanksgiving bis Weihnachten in Kalifornien, wo Sierra‘s Familie die Tannenbäume von ihrer Farm in Oregon verkauft.

Doch in diesem Jahr ist etwas anders: Sierra verliebt sich in Caleb. Caleb, der sein Trinkgeld dafür ausgibt, Weihnachtsbäume an bedürftige Familien zu verschenken. Doch dann hört Sierra Gerüchte: Gerüchte darüber, dass Caleb das Leben seiner Schwester bedroht haben soll. Ihr sanftmütiger Caleb? Wem soll sie glauben?

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Meine Meinung:

Ich beginne heute mal mit dem Cover. Also, normalerweise schreibe ich ja so gut wie niemals etwas über das Cover, weil es für mich in den wenigsten Fällen wichtig für das Buch ist. Aber das Cover von „Dein Leuchten“ hat es mir wirklich angetan. Ich finde es sooooooo wunderschön. Ein absoluter Blickfang.

Nun zur Geschichte: Ich kenne auch die vorangegangenen Jugendbücher von Jay Asher: „Tote Mädchen lügen nicht“ und „Wir beide irgendwann“ und habe beide regelrecht verschlungen. So war ich dann auch sehr gespannt auf „Dein Leuchten“.

Am Anfang hatte ich das Gefühl, einen normalen, in gewissem Sinne „durchschnittlichen“ Teenager-Liebesroman zu lesen, doch diese Meinung habe ich im Lauf der Geschichte geändert.

Da ist zum einen Sierra, die sich eigentlich nicht verlieben will – wieso auch? Jede Beziehung in Kalifornien hätte ein vorgegebenes „Verfallsdatum“: nämlich Weihnachten! Warum also riskieren, sich das Herz brechen zu lassen?

Sierra hat eine Affinität für besondere und seltene Wörter, die sie mit Vorliebe allen anderen Menschen um die Nase haut. An der Stelle habe ich mich in Sierra verliebt. Jemand, der Wörter so sehr mag, den muss ich einfach lieben. Das finde ich so bezaubernd und hat die Geschichte für mich in etwas Besonderes verwandelt.

Caleb, in den Sierra sich verliebt, obwohl sie das eigentlich nicht will, hat es nicht leicht. Seit seinem Ausraster (über den ich hier nichts verraten möchte, ihr sollt das Buch ja schließlich noch lesen wollen …) wird er von den meisten Teenagern nur noch aus der Ferne beäugt. Er hat seinen besten Freund verloren und bereut seine Tat seitdem täglich. Doch hat er mittlerweile auch aufgegeben, an der Situation etwas ändern zu wollen. Doch dann tritt Sierra in sein Leben und plötzlich möchte Caleb, dass sich doch etwas ändert und dass Sierra ihn so sieht, wie er wirklich ist.

Es geht nicht nur um die große erste Liebe,  es geht auch um Freundschaft, um Vertrauen, um Werte, um Verzeihen, um das Kämpfen für etwas, das einem die Welt bedeutet.

FAZIT: Ein wundervoller Winter-Teenager-Liebesroman mit großartigen Charakteren und so manchen wundervollen seltenen und besonderen Wörtern.

9 von 10 Sternen

Ich bedanke mich recht herzlich bei der Random House Verlagsgruppe und CBT für das Rezensionsexemplar.  Vielen Dank, dass ich dieses wunderschöne Buch lesen durfte.

Rezension: „Mein Leben mal eben“ von Nikola Huppertz

Zum Inhalt: Anouk ist 13 Jahre alt und völlig unnormal – findet sie selbst. Das beginnt damit, dass sie zwei Mütter statt Vater und Mutter hat: MaMi & MaTrix. Dass eine ihrer Mütter ihr ihre Kleidung selber schneidet und sie nur auf Heavy Metal steht, macht es nicht einfacher, Freunde zu finden.

Und weil sie es nicht mehr erträgt, anders zu sein als der Großteil ihrer Klassenkameraden, beschließt sie, ihr „Unnormal-Gen“ in ein „Normal-Gen“ umzuwandeln. Doch so einfach, wie Anouk sich das vorstellt, ist es nicht. Denn eigentlich mag sie Schminken, Marken-Klamotten und Popmusik überhaupt nicht. Und so nimmt das Chaos seinen Lauf…

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Meine Meinung:

Das Cover finde ich einfach bezaubernd. Diese filigranen Origamivögel sind einfach wunderschön. Der Schreibstil von Nikola Huppertz gefällt mir ebenfalls sehr gut, denn die Geschichte hat mich zum einen zum Nachdenken gebracht, aber auch auf vielen Seiten zum Schmunzeln und „vor-mich-hin-grinsen“. Die Geschichte wird in Tagebuchform aus der Sicht von Anouk erzählt.

Am Anfang möchte die dreizehnjährige Anouk einfach dazugehören – egal, ob es ihrer Persönlichkeit entspricht oder nicht. Sie schreibt eine Liste mit Dingen, die sie ab jetzt tun will. Dabei mag sie all diese Dinge gar nicht. Und der Versuch, jemand anders zu sein, endet unweigerlich im Chaos. Doch im Lauf der Geschichte und mit der wachsenden Freundschaft zu Moritz – einem anderen Außenseiter – verändert sich langsam ihre Sichtweise der Situation. Und letztendlich akzeptiert sie sich so, wie sie ist. Mit ihrem ganzen „Unnormal-Gen“, dass sie eben besitzt, um die Anouk zu sein, die sie wirklich sein will – egal, was die anderen von ihr halten mögen.

Ich habe mich in der Geschichte um Anouk stellenweise selber wiedergefunden. in meiner Schulzeit war ich ebenfalls eher auf der Seite der Außenseiter einzuordnen. Schminken, Klamotten, Disco und andere „gängigen“ Mädchendinge waren ebenfalls so gar nicht meins. Die ersten Schuljahre fand ich es ebenso doof wie Anouk, nicht wirklich dazuzugehören und immer irgendwie „anders“ zu sein als meine Klassenkameraden. Aber das ging irgendwann vorbei. Und dann war es letztendlich ok, so wie es war. Und das ist es bis heute.

Aus genau diesem Grund mag ich dieses Buch so gerne. Es zeigt, dass man sich eben nicht verbiegen muss, es zeigt, worauf es eben ankommt: dass die Menschen dich so mögen, wie Du tatsächlich bist und nicht so, wie andere Dich eben vielleicht gerne hätten. Dass Du einfach immer „Du selber“ bleibst. Denn die Menschen, die Dich wirklich mögen, die mögen Dich gerade deswegen, weil Du so bist, wie Du bist.

FAZIT: Eine wunderbare Geschichte über das „Erwachsen werden“ und „Sich-selber-finden“, über Freundschaft, Familie, Toleranz und die erste große Liebe.

8 von 10 Sternen

Das Buch erscheint im Januar 2017 im Coppenrath Verlag.

Rezension: „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ von David Levithan

Zum Inhalt: Seit A denken kann, lebt er ein sehr, sehr ungewöhnliches Leben: Jeden Morgen wacht er in einem anderen Körper auf, in dem er bis Mitternacht lebt und einen Tag lang dessen Leben führt. Er hat sich mit diesem Leben arrangiert. Doch als er eines Morgens in Justins Körper aufwacht, geschieht etwas, das sein Leben völlig auf den Kopf stellt: er begegnet Rhiannon und er verliebt sich in dieses Mädchen. Doch wie sollen die beiden jemals eine Zukunft haben? Doch A will nicht aufgeben. Er beginnt um Rhiannon und ein eigenes Leben zu kämpfen….

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Meine Meinung:

Das Buch stand schon ein Weilchen auf meiner Wunschliste und durch eine gewonnene Wette durfte es dann an Nikolaus Mittag bei mir einziehen. Ich habe mich riesig gefreut und wollte natürlich gleich mal ein paar Seiten reinlesen. Naja, Ihr kennt das ja sicher – ich war erst am Abend wieder ansprechbar, nachdem ich es komplett in einem Rutsch ausgelesen hatte… Und was soll ich sagen –  kurz: es ist großartig und berührend.

Das Leben das A führt mag auf den ersten Blick aufregend sein, doch die Vorstellung, niemals länger als bis Mitternacht ein und dasselbe Leben zu führen, keine Bindungen zu Menschen aufzubauen, weil man in ein paar Stunden wieder in einem anderen Körper und in einer anderen Familie lebt, ist für mich unvorstellbar grausam. Und obwohl A sich mit seinem Leben arrangiert hat – was bleibt ihm auch anderes übrig – wird alles in Frage gestellt, als er sich in Rhiannon verliebt.

Rhiannon fand ich am Anfang des Buch relativ anstrengend – sie ist unglücklich in ihrer Beziehung zu Justin – doch aus Angst, danach gänzlich unsichtbar zu sein, hält sie an der Beziehung dennoch fest. A macht das wahnsinnig – aus seiner Sicht ist alles ganz einfach. Doch Rhiannon macht während der Geschichte eine Wandlung durch – ihr eigenes Selbst rückt für sie weiter in den Vordergrund und letztendlich schafft sie es, sich von Justin zu lösen. Und ganz sie selbst zu werden.

Und auch, wenn Rhiannon A beginnt zu glauben und sich ebenfalls in ihn verliebt, so ist die Beziehung zwischen ihnen doch nicht so, wie die erste Liebe eigentlich sein sollte. Nein, sie ist kompliziert, traurig und ohne wirkliche Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Und doch versuchen die beiden, ihre Liebe zu leben – egal, welche Schwierigkeiten sich ihnen in den Weg stellen. Doch sie müssen feststellen – manchmal ist Liebe einfach nicht genug…

Ich hoffe sehr, dass es irgendwann mal eine Fortsetzung gibt, denn das Ende hat mich ein wenig traurig zurückgelassen, ich bin froh darüber, diesen außergewöhnlichen Roman kennengelernt zu haben. Ein tolles Buch!

FAZIT:

10 von 10 Sternen

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Rezension: „Love Letters to the Dead“ von Ava Dellaira

Zum Inhalt: Seitdem Laurel Schwester gestorben ist, und ihre Mutter aus Trauer die Familie verlassen hat, ist in Laurels Leben nichts mehr so, wie es einmal war. Nun kommt sie auf die Highschool und hat sich extra eine Schule ausgesucht, auf der niemand ihre Schwester May kennt. Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres soll Lauren im Englischunterricht einen Brief an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie schreibt an Kurt Cobain, doch aus einem Brief werden viele Briefe. Briefe in denen sie beginnt, Abschied von ihrer Schwester und ihrem bisherigen Leben zu nehmen. Bis sie irgendwann bereit ist, einen letzten Brief zu schreiben: an ihre Schwester May…..

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Meine Meinung: Das Cover finde ich überaus bezaubernd dargestellt. Es wirkt so poetisch und traurig und wunderschön zugleich.

Die gesamte Geschichte ist in Briefform verfasst, was mir persönlich das Lesen ein wenig schwer  gemacht hat. Ich lese eigentlich lieber Geschichten, die eben nicht in Briefform geschrieben sind.

Wir begleiten Laurel nach dem Tod ihrer Schwester auf ihrem ersten Highschooljahr. Wir erleben mit ihr, wie sie Freunde findet und sich in Sky verliebt. Und auch ihren ersten Liebeskummer teilt sie mir uns. Und immer wieder wird deutlich, wie sehr ihr ihre große Schwester fehlt.

Der Schreibstil ist gut und leicht zu lesen, ich habe schnell in die Geschichte hineingefunden. Und dennoch ist es kein Buch, von dem ich sagen würde, dass es eines meiner Highlights ist, denn – obwohl die Briefe wirklich schön geschrieben sind und mich auch oft zum Nachdenken gebracht haben – hat für mich persönlich etwas gefehlt. Ich habe Lauren nicht wirklich beim Lesen in mein Herz geschlossen, eine gewisse Distanz war immer da. Aber das ist natürlich auch nur meine subjektive Meinung.

FAZIT: 6 von 10 Sternen

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Rezension: „Wenn Du Dich traust“ von Kira Gembri

Zum Inhalt: Lea zählt – immer und alles: das Gemüse, die Blätter eines Gummibaumes, ihre Schritte, Minuten, Stunden – einfach alles. Sie kann nicht anders. Was nur als kleiner Tick in ihrer Jugendzeit begonnen hat, hat sich mittlerweile zum Hauptinhalt ihres Lebens entwickelt. Als sie durch ihre Zählerei das Leben ihres kleinen Bruders gefährdet, lässt sie sich in eine Klinik einweisen.

Dort begegnet sie Jay. Jay, der ziemlich dolle auf die schiefe Bahn gerutscht ist und in der Psychiatrie seine Sozialstunden ableisten muss. Als sie Jay dabei erwischt, Geld stehen zu wollen, zwingt sie ihn, sie mit zu sich nach Hause zu nehmen in seine chaotische WG. Dafür verpfeift sie ihn nicht. Jay willigt ein – nichtsahnend worauf er sich einlässt….

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Meine Meinung:

Also, jeder der mich kennt, weiß, dass ich total auf Zahlen stehe. Ohne Primzahlen hätte ich die Geburt meines ersten Kindes definitiv nicht überlebt – denn lesen konnte ich nicht mehr, aber Primzahlen zählen geht immer…. Aber Lea, das ist nochmal eine ganz andere Liga – oh mann, das arme Mädchen kann noch nicht mal Cornflakes essen, weil sie sie vorher zählen müsste. Und ihre Eltern sind völlig überfordert mit dem Problem ihrer Tochter, deren Hilflosigkeit ist förmlich greifbar. Sie sind auch sehr erleichtert, als Lea sich entschließt, in die Psychiatrie zu gehen.

Und Jay – tja, also am Anfang dachte ich erst: was für ein Ar…..mleuchter. Doch im Lauf der Geschichte hat sich der coole und verbrecherische Jay zu einem jungen Mann entwickelt, der einfach manchmal keinen anderen Ausweg wusste und dem die Freundschaft zu Lea plötzlich klarmacht, das „leben“ auch anders geht. Die Gefühle, die sich zwischen den beiden entwickeln, sind herzberührend und man spürt sie beim Lesen – ja, das tut man in der Tat. Jedenfalls habe ich ihn sehr (und Lea ja sowieso) beim Lesen ziemlich in mein Herz geschlossen und war gestern echt traurig, als die Geschichte dann plötzlich schon wieder zu Ende war. Tolles Buch, tolle Charaktere (bis auf die bösen Menschen im Buch – also, die mochte ich ja gar nicht), toller Schreibstil, tolles Cover – klare Leseempfehlung für Jugendbuchfans von mir!

FAZIT:

9 von 10 Sternen

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Rezension: „Worte für die Ewigkeit“ von Lucy Inglis

Zum Inhalt: Hope ist völlig genervt. Schon wieder verfrachtet ihre Mutter sie von einem Kontinent auf den anderen in den Sommerferien, um ihre Forschungen voranzutreiben. Diesmal geht es nach Montana. Hope hofft, dass es dort wenigstens einen Internetzugang gibt. Dort angekommen stellt sie fest, dass sie nicht der einzige Teenager auf der Ranch ist. Der Sohn des Ranchbesitzers Cal lebt ebenfalls dort. Und Cal ist supersüß, findet Hope. Die beiden verstehen sich von Anfang an ziemlich gut. Eines Tages stöbert Hope auf dem Dachboden der Ranch und findet ein altes Tagebuch. Fasziniert beginnt sie zu lesen….

Montana 1867: Die 15jährige Engländerin Emily reist quer durch Amerika nach Portland, um dort verheiratet zu werden. Ihre Eltern haben ihr eine großartige Partie ausgesucht – den Sohn eines der größten Eisenbahneigners in Amerika. Beim Überqueren einer morschen Brücke stürzt das Wagengespann, in dem Emily sitzt, in eine tiefe Schlucht. Sie ist die Einzige, die den Sturz überlebt und wird von Nate, einem Halbindianer gerettet. Er nimmt die junge Frau mit in seine Hütte und pflegt sie gesund. Allerdings weigert er sich, sie zu ihrem zukünftigen Ehemann zu bringen, denn er hat sich unsterblich in das Mädchen verliebt …..

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Meine Meinung:

Cover: Ein wunderbares Cover – das Spiel mit Licht und Schatten finde ich überaus gelungen und geheimnisvoll. Sehr hübsch!

Dieses Buch gehört für mich zur Kategorie „Bücher, die ich nicht so einfach aus der Hand legen kann“. Meine Güte, hat sich diese Geschichte toll lesen lassen.

Zum einen fand ich den Schreibstil super – ich habe ratz-fatz in die Geschichte hineingefunden, wobei ich zu Beginn den Teil um Hope interessanter fand. Aber nach ein paar Kapiteln fand ich auch Emilys Geschichte (die übrigens wie in Briefform an Nate geschrieben ist) genauso fesselnd. Das ging so weit, dass ich nach jedem Personenwechsel traurig war, dass es nun wieder um die andere Person ging – was ja eigentlich albern ist und so natürlich nur die Spannung steigert. Und ich ja eh wissen wollte, wie es sowohl bei Hope, als auch bei Emily weitergeht. Die Landschaftsbeschreibungen sind einfach toll – sehr liebevoll und detailliert dargestellt.

Diese Geschichte hat alles, was ich bei einem guten Jugendbuch mag: sympathische und authentische Charaktere, eine fesselnde Story mit Gänsehautfaktor, jede Menge Liebe (die braucht man einfach ab und an) und sie berührt das Herz – besonders am Ende.

Also, wenn Ihr mal wieder Lust habt, einen tollen Jugendroman zu lesen, dann nehmt diesen hier! Der ist wirklich toll! Das ist allerdings – wie immer – meine subjektive Meinung!

FAZIT: 10 von 10 Sternen

Weitere Informationen zum Buch findet Ihr hier!

Rezension: „Die Tiefen Deines Herzens“ von Antje Szillat

Zum Inhalt: Die siebzehnjährige Leni verbringt den Sommer bei ihrer Tante auf Usedom. Eigentlich hat sie doch gar keine Lust auf diesen Urlaub, besonders, weil ihr bester Freund Felix am Vorabend ihrer Abreise ihr endlich seine Liebe gestanden hat. Doch es hilft nichts, Leni muss fahren.

Auf Usedom begegnet ihr Marc: 21 Jahre alt, Engländer, charismatisch, düster, wunderbar gutaussehend. Leni ist fasziniert von ihm und er von ihr. Und dann passiert das Unvermeidliche, die beiden kommen sich näher…

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Meine Meinung:

Der Buchumschlag ist wunderschön gestaltet und hat mich sofort angesprochen, der Klappentext des Buches ebenso.

Die Geschichte beginnt wie ein normaler Teenager-Liebesroman, der jedoch mit dem Kennenlernen von Marc und Leni an Tempo und Leidenschaft zunimmt. Man spürt Lenis Zerrissenheit förmlich. Und doch kann sie nicht von ihm lassen. Nachdem Leni Usedom verlässt, wandelt sich die Geschichte und wird von der romantischen Liebesgeschichte eher zu einer Art Thriller mit überraschendem Ende.

Der Schreibstil von Antje Szillat ist wunderbar leicht zu lesen, man findet sofort in die Geschichte hinein. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

FAZIT: 7 von 10 Sternen

Informationen über das Buch:

ISBN: 978-3-649-61113-4

Erschienen 2013 im Coppenrath Verlag

Genre: Jugendbuch / 300 Seiten