Rezension: „Kellerkind“ von Jennifer Roy

Syvia ist vier Jahre alt, als sie mit ihren Eltern und vielen anderen polnischen Juden aus ihren Wohnungen vertrieben und in das Ghetto von Lodz gepfercht werden, das nun ihr neues Zuhause sein soll. Eng, kalt, nicht genug zu essen und ständig Angst vor Deportationen und Ermordung durch die Nazis – all das bestimmt fortan das Leben von Syvias Familie. Und doch gibt ihre Familie nicht auf. Sie halten zusammen – egal wie schwer und gefährlich das Leben ist. Syvias Vater tut alles Menschenmögliche, um seine Familie vor der Deportation zu bewahren….

Meine Meinung:

Die Erzählung ist in fünf Abschnitte unterteilt. Die einzelnen Momentaufnahmen umfassen oftmals nur wenige Sätze und sind aus Sicht der kleinen Syvia erzählt. In eindringlichen, klaren und sehr berührenden Worten schildert das kleine Mädchen ihre Erlebnisse, Abschied von Freunden und Verwandten und die vielen Versuche ihres Vaters, sie vor der sicheren Deportation zu bewahren.

Das Buch geht unter die Haut. Es hat mir beim Lesen unfassbar oft Gänsehaut gemacht, mir jede Menge Tränen entlockt. Mich fassungslos den Kopf schütteln lassen, obwohl ich bereits viele Bücher über den Holocaust gelesen habe. Syvias Geschichte ist keine fiktive Geschichte. Syvia ist eines der 12 Kinder, die das Ghetto von Lodz überlebt haben. Die nicht in die Konzentrationslager deportiert worden sind – wie tausende und abertausende anderer Kinder und Erwachsene.

Wie immer bei Biografien werde ich weder den Schreibstil noch sonst irgendetwas bewerten.

Aber ich kann Euch – wie die meisten Bücher über den Holocaust, die Ihr hier auf meinem Blog finden werdet und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole – dieses Buch nur ans Herz legen. Lest es. Auch als Erwachsener!

„Kellerkind“ ist als Jugendlektüre im Jahre 2010 im Gerstenberg Verlag erschienen, hat 160 Seiten und ist für junge Leser ab 12 Jahren geeignet.

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