Rezension: „The sun is also a star“ von Nicola Yoon

Zum Inhalt: Natasha ist verzweifelt. Sie, ihr kleiner Bruder Peter und ihre Eltern sollen noch heute Abend abgeschoben werden. Dabei lebt die gebürtige Jamaikanerin bereits seit ihrem 8ten Lebensjahr in New York. Als letzten Versuch, die drohende Abschiebung zu verhindern, geht sie an diesem Tag noch einmal zur Einwanderungsbehörde. Ein kleiner Hoffnungsschimmer tut sich auf, evtl. kann ein Anwalt ihr und ihrer Familie noch helfen. Auf dem Weg zum Anwalt wird Natasha fast von einem Auto überfahren. Daniel – ein siebzehnjähriger Amerikaner koreanischer Abstammung rettet ihr das Leben. Und obwohl Natasha keinesfalls an Liebe auf den ersten Blick glaubt, stellt diese Begegnung ihr gesamtes Weltbild auf den Kopf. Doch was für eine Chance hat diese Liebe schon?

Meine Meinung:

Wow, was für ein wunderbares Buch. Zunächst hatte ich ein paar Schwierigkeiten – war ich doch von den teilweise kurzen Kapiteln und den Sprüngen der Personen ein wenig irritiert. Doch schon nach einer kurzen Weile ist mir bewusst geworden, dass genau das zum Teil den Charme der Geschichte ausmacht.

Den größten Teil der Geschichte begleiten wir Natasha und auch Daniel. Natasha ist ein wenig – ich würde mal sagen – kratzbürstig, verzweifelt & traurig – denn so etwas wie Liebe auf den ersten Blick gibt es in ihrer Vorstellung einfach nicht. Sie ist durch und durch Wissenschaftlerin – jede Menge Zahlen und Fakten schwirren in ihrem Kopf umher. Und genau aus dem Grund fällt es ihr schwer, an so etwas wie Liebe, wie Schicksal, wie Seelenverwandtschaft zu glauben.

Ich mag Natasha, ich mag ihre Art, an die Berechenbarkeit von Dingen zu glauben, an Fakten, die mag ich sehr, weil ich sie so gut nachvollziehen kann. Berechenbarkeit von Dingen gibt einem eine gewisse Art Sicherheit.

Daniel ist das genaue Gegenteil. Ein Dichter, ein Poet, ein Freund des Denkens und der Wörter. Und eigentlich unglücklich. Denn seine Eltern – die in Amerika nie wirklich heimisch geworden sind – wollen unbedingt, dass er nach Yale geht, Medizin studiert, den ganz großen amerikanischen Traum lebt. Das ist nicht das was Daniel will. Eigentlich hat er an diesem Tag ein Vorstellungsgespräch für eine Yale-Empfehlung. Große Lust hat er keine und als das Schicksal ihm sozusagen Natasha vor die Füße kullert, beschließt er, diesen Tag einfach mal dem Schicksal zu überlassen und zu sehen, wohin es ihn führt. Und ich finde es bewundernswert, wie er nicht aufgibt, Natasha zu versuchen davon zu überzeugen, dass die Empfindungen, die beide spüren, echt sind – trotz der kurzen Zeit, die sie sich kennen.

Und wir begleiten ein Stück weit auch die Menschen, die an diesem Tag den Weg von Natasha und Daniel kreuzen. Und das ist etwas, was ich ungeheuer faszinierend an der Geschichte fand. Wie das Schicksal durch die ein oder andere Handlung seinen Weg findet und das Leben der Menschen verändert. Unheimlich spannend, das hat mich sehr zu Nachdenken angeregt.

Im Buch finden sich so wunderbare Textpassagen, die mein Herz berührt haben, ich mag den ein oder anderen Textschnipsel mit Euch teilen:

„Es ist schwer, jemanden zu lieben, der einen nicht zurückliebt“ – Seite 184

„Ihn zu berühren, ist Ordnung und Chaos – als würde man gleichzeitig zusammengesetzt und auseinandergenommen.“ – Seite 300

„All das soll nichts darüber aussagen, ob Jeremy Fitzgerald das Richtige getan hat oder das Falsche. Es soll lediglich aussagen: Liebe verändert immer alles. – Seite 344

„Natasha sagt nicht, was sie vermutet. Dass füreinander bestimmt sein nicht unbedingt für immer bedeuten muss“ – Seite 384

Ich habe diese Geschichte in mein Herz geschlossen und ich werde Euch keinesfalls etwas davon verraten, wie sie ausgeht. Ihr solltet sie auf jeden Fall lesen. Ein tolles Buch.

Ich mag Daniel und ich mag Natasha und ich persönlich glaube an das Schicksal – egal wie rational ich grundsätzlich bin.

Und natürlich interessiert mich jetzt: glaubt Ihr an Schicksal? Oder ist alles nur einfach Zufall?

FAZIT: 10 von 10 Sternen.

Weitere Informationen zum Buch findet Ihr hier auf der Seite vom Dressler Verlag / Oetinger Verlag.

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2 Gedanken zu “Rezension: „The sun is also a star“ von Nicola Yoon

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