Rezension: „Chocolat“ von Joanne Harris

Zum Inhalt:

Vianne Rocher ist noch nie sesshaft gewesen, immer wieder wechselt sie zusammen mit ihrer kleinen Tochter Anouk den Wohnort, niemals bleiben sie irgendwo länger… Nun sind sie in dem kleinen französischen Städchen Lansquenet-sous-Tannes gelandet. Vielleicht könnten sie hier endlich ein Heim gründen und bleiben. Vianne eröffnet eine Chocolaterie – einen himmlischen Laden mit wunderbaren Schokoladenkreationen genau zur Fastenzeit – und genau gegenüber der Kirche.

Das ist ein Affront für den Geistlichen des Dorfes Pater Reynaud und seine getreuen Schäfchen. Sie beschließen, Vianne das Leben so schwer wie möglich zu machen. Als dann auch noch Zigeuner am Fluss anlegen, scheint das Dorf endgültig dem Laster geweiht….

img_20170212_162602

Meine Meinung:

Ich habe vor Jahren bereits die Romanverfilmung gesehen – mit Johnny Depp und Juliette Binoche in den Hauptrollen. Deswegen stand das Buch lange, lange Zeit ungelesen im Regal. Doch da es für eine Challenge ausgesucht wurde, habe ich es nun endlich gelesen.

Ich tue mich meist sehr schwer damit, Bücher zu lesen, wenn ich den Film bereits gesehen habe. Das war dieses Mal auch nicht anders. Aber nun habe ich es ja endlich geschafft….

Die Geschichte wird in zwei Perspektiven erzählt: einmal aus der Sicht von Vianne. Einer Frau Ende 20, alleinerziehend, ihr ganzes Leben unterwegs, niemals sesshaft. Schon ihre Mutter ist mit ihr von Ort zu Ort gezogen. Sie spürt intuitiv, was ihre Kunden brauchen und sie glücklich macht. Und sie hat das Herz am rechten Fleck und ist stets von einem kaum spürbaren Hauch Magie umgeben. Sie schert sich einen Teufel um Konventionen und Zwänge. Das Einzige, das zählt ist das man glücklich ist. Welch wahre Worte in diesem Buch.

Die zweite Erzählperspektive ist aus der Sicht von Pater Reynaud – und ganz ehrlich, ich glaube, der Typ hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Er wirkt so düster, so verbohrt in seinem ganzen Dasein.

Überhaupt sind ein großer Teil der Dorfbewohner so unfassbar bigott, so intolerant und so engstirnig, das ich beim Lesen manchmal einfach nur fassungslos den Kopf schütteln konnte….

Doch nicht alle Bewohner sind so, nein, es gibt auch Menschen, die das Leben im Dorf lebenswert machen: z.B.  die 80jährige Armande, die seit Jahren Trauer trägt, aber ein Faible für bunte Unterwäsche hat und allen Menschen im Dorf die Stirn bietet oder Guillaume, dessen einziger Freund bisher sein Hund war. Oder Josephine, die es mit Viannes Hilfe endlich schafft, sich von ihrem gewalttätigen Mann zu trennen. Diese Menschen finden durch Vianne und ihrer Chocolaterie zusammen und machen das Miteinander im Dorf zu einem Besseren.

Die einzigen Kritikpunkte, die ich anbringen könnte, ist die stellenweise Langatmigkeit (meist bei den Erzählungen aus der Sicht des Paters – mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass ich ihn überhaupt nicht mochte) und das ich ab und an mit den vielen verschiedenen Personen durcheinander gekommen bin. Aber das ist – wie immer – meine persönlich Meinung und muss nicht zwangsläufig jedem Leser so gehen.

Ein Roman über Freundschaft, Veränderung, Toleranz mit einem kleinen Hauch Magie…

FAZIT: 7 von 10 Sternen

Weitere Informationen zum Buch findet Ihr hier auf der Seite vom Ullstein Verlag

Advertisements

2 Gedanken zu “Rezension: „Chocolat“ von Joanne Harris

  1. Pingback: Challenge: Lovelybooks SuB Abbau 2017 | buchspinat

  2. Pingback: Task Challenge 2017 | buchspinat

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s