Rezension: „Ich liebe dich … und dich“ von Luisa Valentin

Zum Inhalt: Arzthelferin Melanie ist seit einigen Jahren glücklich mit Architekt Jonas liiert, die beiden haben zusammen eine wunderschöne Wohnung, beruflich und beziehungsmäßig läuft es bei beiden ziemlich gut. Auch im Bett klappt es hervorragend. Melanie will den Rest ihres Lebens mit Jonas verbringen. Da ist sie sich ziemlich sicher. Doch dann tritt Tom in ihr Leben und geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Und auch Tom verliebt sich Hals über Kopf in Melanie. Doch Melanie liebt auch Jonas. Geht das? Zwei Männer gleichzeitig lieben? Melanie ist hin- und hergerissen. Was soll sie nur tun? Für wen soll sie sich entscheiden? Für Jonas? Für Tom? Für keinen von Beiden? Egal welche Entscheidung sie trifft, es tut weh. Jonas und Tom spüren die Zerrissenheit Melanies und schlagen ein ungewöhnliches Experiment vor: Eine Beziehung zu Dritt! Kann das gutgehen?

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Meine Meinung:

Ich finde das Buch schon alleine vom Cover her sehr, sehr ansprechend. Man erkennt auf den ersten Blick, dass sich eher um eine ungewöhnliche (Liebes-)geschichte handeln wird. Die Geschichte ist in zwei Zeiten geschrieben: zum einen spielt sie in der Gegenwart und dann – in kursiver Schrift – in der Vergangenheit, in der man erfährt, wie Melanie und Tom sich kennenlernen, wie sie sich ineinander verlieben und wie es schließlich zu dem ungewöhnlichen Vorschlag kommt, eine Beziehung zu Dritt zu führen.

Der Schreibstil ist locker leicht, ich habe direkt auf den ersten Seiten in die Geschichte hineingefunden, und mochte es kaum aus der Hand legen. Die Unterteilung der Zeiten durch die unterschiedlichen Schriftarten machen es dem Leser leicht zu erkennen, in welcher Zeit er sich gerade befindet.

Die verschiedenen Charaktere sind für meinen Geschmack sehr authentisch dargestellt, die Zerrissenheit Melanies ist spürbar, man merkt, wie schwer es ihr fällt, sich für einen der Beiden zu entscheiden, wie sehr sie zu Beginn gegen ihre Gefühle für Tom ankämpft.  Und sich nur für Jonas entscheiden will, aber nicht kann.

Und Jonas – Jonas merkt schnell, dass Melanie etwas für Tom empfindet. Er kann das verstehen, fühlt er sich doch auch zu Tom hingezogen und mag ihn gern. Doch er verspürt auch Eifersucht. Und dann ist da noch die Angst, Melanie zu verlieren. Das will er nicht. Und weil er sie so gut kennt – und weil er sie liebt, versucht er, die richtige Entscheidung für sie beide zu treffen.

Tom liebt Melanie, das ist ihm mehr als bewusst, doch Jonas Vorschlag irritiert ihn zu Beginn sehr. Er lässt er sich nur darauf ein, weil er weiß, dass Melanie sich sonst für niemanden entscheiden wird. Und das kann er nicht ertragen.

Alle drei versuchen, das Beste aus der ungewöhnlichen Situation zu machen – Eifersucht spielt natürlich auch eine gewisse Rolle, aber im Großen und Ganzen hält sie sich in Grenzen. Was vielleicht auch daran liegt, dass Tom und Jonas durchaus auch eine gewisse Sympathie füreinander verspüren.

Die Geschichte spart auch nicht an erotischen Szenen – die zum größten Teil zu Dritt stattfinden und bei der man die Beziehungsdynamik sehr gut spüren kann. Die Unsicherheit zu Beginn ihrer Dreierbeziehung, die Vertrautheit, die später Einzug hält.

Natürlich kommt man als Leser unweigerlich ins Grübeln, ob diese Art von Beziehung wirklich praktikabel ist. Da wird es vermutlich auch kein „Richtig“ oder „Falsch“ geben. Ich kann die Entscheidung der Drei verstehen und ich kann sie nachvollziehen. Denn egal für wen Melanie sich entschieden hätte – sie wäre mit dieser Entscheidung unglücklich gewesen. So oder so.

Und wenn dass der Fall ist, was soll dann daran falsch sein, sich für eine Beziehung zu Dritt zu entscheiden? Denn wenn alle drei damit einverstanden sind und jeder so tolerant ist, zu akzeptieren, das da immer noch jemand anderes ist, dann kann es meiner Meinung nach nicht falsch sein und sollte durchaus funktionieren können.

Ich vermute dennoch, das dieses „Lebensmodell“ nicht unbedingt bei jedem (Leser) Anklang finden wird – gibt es ja noch das leidige Thema „Eifersucht“. Wobei mir persönlich „Eifersucht“ eher fremd ist und ich grundsätzlich nicht eifersüchtig bin.

Mein Fazit: eine berührende und besondere Liebesgeschichte über drei Menschen, die sich entschließen, den gesellschaftlichen Konventionen zum Trotz, ihr Leben so zu leben, wie es sie alle drei glücklich macht.

Und ist es nicht das Wichtigste in unserem Leben glücklich zu sein?

10 von 10 Sternen

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Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Random House Verlagsgruppe für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!

Weitere Infos zum Buch findet Ihr hier*!

Wenn Euch das Buch gefällt und Ihr gerne noch etwas Ähnliches zu dem Thema lesen wollt, dann empfehle ich Euch „Auf die andere Art*“ von Phoebe Ann Miller vom Amrun Verlag. Ebenfalls sehr, sehr berührend!

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4 Gedanken zu “Rezension: „Ich liebe dich … und dich“ von Luisa Valentin

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